Vom 13. bis 27. September 2026 nahmen sieben Studierende des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwesen an einem interdisziplinären Workshop in Kurozwęki und Krakau teil. Veranstaltet wurde das Programm gemeinsam mit der Politechnika Krakowska (Cracow University of Technology), der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden sowie der Hochschule Darmstadt.
Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Olivier Schwyzer arbeiteten die Studierenden auf der Schlossanlage Kurozwęki in internationalen Gruppen an konkreten Fragestellungen aus der Praxis. Im Mittelpunkt standen dabei:
- ein Konzept für eine zukunftssichere Wasserversorgung des Hotelbetriebs und der Bisonfarm,
- ein Bewirtschaftungskonzept für den Schlossteich,
- ein Logistikkonzept zur Futterversorgung der angeschlossenen Milchfarm sowie
- die Entwicklung eines touristischen Fußwegekonzeptes.
Neben der Planung möglicher Lösungen übernahmen die Studierenden auch praktische Arbeiten, die für die Bearbeitung der Projekte erforderlich waren. Dazu gehörten Abflussmessungen im Gewässer, Kartierungen und Datenerhebungen im Gelände sowie ingenieurvermessungstechnische Arbeiten. Die Ergebnisse wurden zum Abschluss des Aufenthalts der Schlossverwaltung präsentiert; einzelne Ansätze befinden sich bereits in der Umsetzung.
Ein abwechslungsreiches Kulturprogramm ergänzte die fachliche Arbeit. Die Teilnehmenden besichtigten unter anderem die Brauerei und das Schloss in Kurozwęki, die Edelporzellanmanufaktur Ćmielów sowie die jungsteinzeitliche Feuersteinmine von Krzemionki, die zum UNESCO-Welterbe zählt.
Der dreitägige Aufenthalt in Krakau bot zudem Gelegenheit, die bewegte Geschichte der Stadt im Rahmen einer ausführlichen Führung kennenzulernen. Ein Besuch an der Politechnika Krakowska bei Dr. inż. Bernard Twaróg vertiefte den fachlichen und persönlichen Austausch mit den polnischen Partnern.
Am vorletzten Tag besuchte die Gruppe die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Diese eindrückliche Erfahrung ließ viele Teilnehmende – auch vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen – nachdenklich die Heimreise antreten.
Der Workshop verband anwendungsorientierte Ingenieurarbeit, internationale Zusammenarbeit und kulturelle Erfahrungen auf besondere Weise. Er bot den Studierenden die Gelegenheit, ihr Fachwissen in realen Projekten einzusetzen und zugleich neue Perspektiven auf europäische Geschichte, Kultur und Zusammenarbeit zu gewinnen.
Auch nächstes Jahr wird der Workshop wieder angeboten (12.09 bis 26.09.2027). Bei Interesse einfach in den dazugehörigen Moodle-Kurs einschreiben oder bei Olivier Schwyzer melden.