Sortenreines Trennen von Verbundsicherheitsglas

Glas ist aufgrund seiner Transparenz ein beliebter Werkstoff. Um plötzlichem Versagen bei sicherheitsrelevanten Anwendungen wie absturzsichernder oder Überkopfverglasung vorzubeugen, wird VSG verwendet. VSG besteht aus min. zwei Glasscheiben und einer dazwischenliegenden Zwischenschicht, meist aus Polyvinylbutyral (PVB). Neben dem Bauwesen, z.B. Fassaden, wird VSG in Windschutzscheiben und PV-Anlagen eingesetzt.

Weltweit wurden 2020 ca. 125 Mio. m² VSG mit PVB hergestellt. Nach der Nutzungsphase wird VSG meist mechanisch-chemisch getrennt. Die dabei entstandenen Glasscherben können - wenn sie den hohen Reinheitsanforderungen entsprechen - recycelt werden.

Ein Wiederverwenden der Glasscheiben ohne erneutes Aufschmelzen (ReUse) ist jedoch ausgeschlossen. Obwohl PVB ein Thermoplast, und daher theoretisch gut recycelbar, ist, ist keine VSG-Folie verfügbar, die aus rückgewonnenem PVB erstellt wurde. Stattdessen wird dieses entweder in Sekundäranwendungen genutzt (9%), thermisch verwertet oder deponiert.

Das vorliegende Forschungsprojekt befasst sich mit dem sortenreinen Trennen von Verbundsicherheitsglas (VSG) und dem Recycling der Kunststoffzwischenschicht.

Das beantragte Vorhaben verfolgt zwei wesentliche Ziele:

(1) Untersuchung verschiedener Verfahren zur ökologischen, effizienten und sortenreinen Trennung von VSG, wobei die Glasscheiben intakt bleiben.

(2) Entwicklung von Recyclingstrategien für rückgewonnenes PVB zur Herstellung neuer VSG-Folien.
Dies beinhaltet (a) die Untersuchung und Bewertung unterschiedlicher Trennverfahren, (b) die Aufbereitung des rückgewonnen PVB, (c) das Herstellen und Charakterisieren einer rezyklierten PVB Folie, (e) Herstellung von neuem VSG aus rückgewonnenen Werkstoffen und Überprüfung der Anforderungen nach Norm.

Das Projekt legt wichtige Grundlagen zur Kreislaufwirtschaft von VSG, Glas und PVB, was zur Reduktion klimaschädlicher Gase, Ressourceneinsparung und Abfallvermeidung beiträgt. Fokus ist die technische Machbarkeit.

Als Kooperationsprojekt der Hochschule Darmstadt (h_da) mit der Technischen Universität Darmstadt (TUD) werden die unterschiedlichen Aufgaben je nach Kompetenzen aufgeteilt. Das Vorgehen ist in der nachfolgenden Abbildung veranschaulicht.

 

Fördermittelgeber:

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Auftrag des
Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
aus Mitteln der 
Zukunft Bau Forschungsförderung

Ansprechpartner am FBBU:  Prof. Dr.-Ing. Johannes Kuntsche

Ansprechpartner am Institut für Kunststofftechnik der h_da (ikd): Prof. Dr.-Ing. Martin Moneke

Projektlaufzeit: 01.10.2026 bis 30.03.2029

Fördervolumen: 382.910,91 €

Projektpartner:

Beteiligte aus der Industrie:

  • Eastman
  • Everlam
  • FKG - Fachverband Konstruktiver Glasbau
  • Kuraray
  • TecPart - Verband Technische Kunststoff-Produkte