Praxisnahes Lehrprojekt zur Klimaanpassung

Fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit unterstützt Kommune Mühltal

Wie können Kommunen besser mit zunehmenden Starkregenereignissen umgehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende des Umweltingenieurwesen im Wintersemester 2025/26 im Rahmen des Projekts „Umwelt- und Raumplanung“. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mühltal entwickelten sie konkrete Konzepte zur Starkregenvorsorge für die Ortsteile Frankenhausen, Waschenbach und Nieder-Ramstadt.

Das Lehrprojekt war dabei eng mit dem parallellaufenden Projekt „Klimaanpassung im Public Management“ verzahnt. Während die Studierenden des Umweltingenieurwesens die fachlich-planerischen Analysen und Maßnahmenkonzepte erarbeiteten, brachten Studierende aus dem Bereich Public Management ihre Expertise zu Fragen der Umsetzung, Finanzierung, Verwaltungsprozesse und Bürgerkommunikation ein. So entstand ein interdisziplinärer Ansatz, der technische, räumliche und governancebezogene Aspekte der Klimaanpassung systematisch miteinander verknüpfte.

Ausgangspunkt war die bereits vorliegende Starkregengefahrenkarte der Kommune. Darauf aufbauend analysierten die Studierenden Fließwege, Engstellen und potenzielle Gefahrenbereiche im Einzugsgebiet des Waschenbachs. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln, die Wasser bei Starkregen zurückhalten, verlangsamen oder schadlos ableiten können. Zu den vorgeschlagenen Ansätzen zählen unter anderem zusätzliche Retentionsflächen, Erosionsschutzstreifen, Entsiegelungsmaßnahmen, die naturnahe Umgestaltung von Gewässerabschnitten sowie dezentrale Lösungen wie Versickerungsflächen an verschiedenen Stellen des Einzugsgebietes. Auch Potenziale zur Nutzung bestehender Flächen – etwa im Bereich eines Steinbruchs – wurden untersucht.

Betreut wurde das Projekt von Prof. Birte Frommer und Prof. Hack. Die enge Verzahnung von fachlicher Analyse, räumlicher Planung und konkretem Ortsbezug ermöglichte den Studierenden eine praxisnahe Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen der Klimaanpassung. Mehrfach führten sie Ortsbegehungen durch und standen im Austausch mit engagierten Bürger:innen sowie Vertreter:innen der Kommune.

 

 

Die Ergebnisse wurden Mitte Februar im Dorfgemeinschaftshaus Frankenhausen öffentlich vorgestellt. Über 100 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich an Themenstationen über die Konzepte zu informieren und mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen. Bürgermeister Niels Starke würdigte die Projektarbeit als wichtigen Impuls für die weitere kommunale Entwicklung. Die Gemeinde kündigte an, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu prüfen und schrittweise in ihre Planungen einzubeziehen.

Ausführlich berichtet auch das Hochschulmagazin impact – Wissenschaftsmagazin der h_da über das Projekt und seine Ergebnisse (Link: https://impact.h-da.de/starkregen-praevention-muehltal).

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie anwendungsorientierte Lehre am Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwesen konkrete Beiträge zur regionalen Klimaanpassung leisten kann. Für die Studierenden bedeutet es zugleich wertvolle Erfahrung im Umgang mit realen Planungsprozessen, komplexen Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Verantwortung.

Bildnachweis: Alle Bilder: h_da / Jens Steingässer

Großes Interesse an der Veranstaltung im Gemeinschaftshaus Frankenhausen

Die Studierenden präsentieren die Ergebnisse